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8. Februar 2019
„Closest to the Pin“ Challenge
28. Februar 2019

Pro Tipp des Monats

Die meisten Golfer trainieren oft ohne einen passenden Plan und beginnen ihre Saison mit einem Eisen 7, das sie 100mal zur derselben Fahne schlagen. Für einen erfolgreichen Wiedereinstieg empfehle ich nach den bekannten schlauen didaktischen Prinzipien zu verfahren, also:

1. vom leichten zum schweren

2. vom kleinen zum grossen

3. vom langsamen zum schnellen

Konsequent umgesetzt heisst das: vom Putten, zum Chippen, zum Pitchen und dann erst zum vollen Schwung, am besten mit einem einfachen Schläger wie z.B. der PW. 

Putten: Viele Spieler denken „Putten kann ich, das brauche ich doch nicht trainieren.“ Folgender Test zeigt wie gut Sie sind. Ihre Aufgabe ist es Putts aus 3-6-9-12 und 15 Metern an das Loch zu spielen. Sie haben dabei als Zielkorridor einen 20% Radius. Das heißt ein 3 Meter Putt sollte innerhalb 60cm vor oder 60cm hinter dem Loch zum liegen kommen. Bei einem 15 Meter Putt darf der Ball 3m vor bis 3m nach dem Loch liegen bleiben.

Das klingt zu Beginn sicher nicht schwer. Die 20% werden uns aber noch bei anderen Schlägen begleiten und da werden Sie froh sein diesen Korridor zu treffen.

Putt-Training: Beginnen Sie bei 3 Metern vom Loch und putten Sie 10 Mal. Wenn 8 Bälle innerhalb der 20% Vorgabe liegen bleiben gehen Sie auf 6 Meter. Erst wenn Sie 8 von 10 Bällen in den Korridor gespielt haben gehen Sie an die nächste Station.

Chippen:“ Erst wenn Sie nicht mehr Putten können sollten Sie Chippen.“ Dieser Leitsatz gilt sogar für gute Spieler, denn ein schlechter Putt ist immer besser als ein schlechter Chip. Manche Spielsituatioen erfordern allerdings einen Chip. 

Beim Chippen sollten Sie von Beginn an einen flachen und einen hohen Chip erlernen. Dafür verwenden Sie die gleiche Schlagtechnik, aber unterschiedliche Schläger. Für den hohen Chip empfehle ich Ihr SW und für den flachen Chip Ihr Eisen 9.

Es gibt 2 Aufgaben die Sie beim chippen üben sollten.

Chip-Training:

  1. Landepunkt treffen: Wählen Sie einen Punkt etwa 1-2 Meter nach Grünanfang auf dem Grün aus und legen Sie dort ein Headcover von Ihren Holzern hin. Stecken Sie darum Tees in einem 20% Radius von der Stelle an der Sie schlagen. Als Beispiel: Sie stehen 8 Meter von dem Headcover entfernt, dann sollen die Tees jeweils 1,6 Meter vom Headcover entfernt stecken. Das ist Ihre Landezone. Schlagen Sie nun 10 Bälle mit Ihrem SW im Flug in die Landezone. Wenn Sie 7 von 10 Mal getroffen haben wechseln Sie auf Ihr Eisen 9. Sollten Sie das auch nach kurzer Zeit geschafft haben und noch Chip Trainingszeit übrig haben wechseln Sie das Landeziel.
  2. Ball ans Loch spielen: Diese Übung funktioniert wie die Chipübung 1, nur ist jetzt das Loch die Mitte Ihrer Zielzone. Fangen Sie mit einem 10 Meter Chip an. Die Tees stecken dann 2 Meter um das Loch. Beginnen Sie mit dem PW, wenn 7 von 10 Bällen darin liegen bleiben machen Sie die gleiche Übung mit Ihrem Eisen 9. Sollten Sie das auch nach kurzer Zeit geschafft haben und noch Chip Trainingszeit übrig haben wechseln Sie auf ein weiter entferntes Ziel.

Pitchen: „Pitchen Sie erst wenn Sie nicht mehr chippen können!“, denn ein getoppter Pitch rollt erbarmungslos über das ganze Grün. Ein getoppter Chip hingegen rollt sicher zu weit, bleibt aber evtl. auf dem Grün liegen.

Beim Pitchen sollten Sie mit zwei Schlägern üben. Ihrem Pitching Wedge (PW) und Ihrem Sandwedge (SW). Wie bei den vorigen Übungen ist Ihre Aufgabe einen 20% Korridor zu treffen. Im Gegensatz zum Chippen trenne ich aber nicht zwischen Landepunkt und Endpunkt. Sie sollten aber mehrere Distanzen beherrschen.

Training: Üben Sie den 20-40 und 60 Meter Pitch. Die Zielkreise um die Fahnen haben Radien von 4-8 und 12 Metern (20 Prozent). Beginnen Sie beim 20 Meter Pitch mit Ihrem SW. Wenn 6 von 10 Bällen im Korridor liegen machen Sie die Übung mit Ihrem PW. Dann gehen Sie auf 40 Meter und wenn noch Trainingszeit bleibt erreichen Sie auch die 60 Meter. Sollten Sie vor Ende Ihrer Trainingszeit immer noch bei 20 Metern sein ist dies ein klares Zeichen, dass Sie eine Golflektion buchen sollten.

Bunker: Rauskommen steht an erster Stelle!

Der Bunkerschlag ist technisch der gleiche Schlag wie der Pitch. Ich empfehle Ihnen dafür je nach Länge LW, SW oder PW. Die einzige nötige Änderung zum Pitch ist die Ballposition. Der Ball sollte ca. 10cm weiter am linken Fuß liegen. Beim Pitch sollte der Ball ideal in der Standmitte liegen.

Training: Ihr Ziel ist es zu Beginn die Bälle auf das Grün zu spielen. Harken Sie den Bunker so, dass sich eine glatte Oberfläche ergibt. Nun legen Sie die Bälle auf den flachen Sand. Ideal ist der Ball weder wie aufgeteen, noch tief im Sand. Das können Sie üben wenn 9 von 10 Bällen auf dem Grün liegen. Ihre Aufgabe: Schlagen Sie 10 Bälle, wenn 8 davon auf dem Grün liegen haben Sie Ihr Bunkertraining für den Tag erfüllt. Wenn nicht folgt eine neue 10er Serie.

Das Lange Spiel: Beim langen Spiel sollten Sie zu Beginn nur 2 Schläge unterscheiden. Der Schlag vom Tee und der Schlag vom Boden.

  1. Der lange Schlag vom Boden. Zu Beginn ist es Ihre Aufgabe als Herr einen konstanten Schlag vom Boden zu entwickeln der 120 Meter verlässlich zurücklegt. Als Dame langen zu Beginn wiederholbare 90 Meter. Bei dieser Übung sollten Sie Ihre Bälle wieder in einen 20 Prozent Korridor spielen. Bei 120 Meter muss der Ball etwa zwischen 100-140 Meter liegen bleiben.

Training: Schlagen Sie 10 Bälle vom Boden egal mit welchem Schläger, wenn 7 von 10 Bällen zwischen 100-140 Meter liegen bleiben und eine Seitenabweichung von jeweils 20 Metern rechts und 20 Meter links haben ist Ihr Pensum erfüllt. Bei Damen ist die Zielzone bei etwa 70-110 Metern. Schaffen Sie die Vorgabe in der Trainingszeit öfter nicht sollten Sie Ihren Golfprofessional aufsuchen.

  1. Der lange Schlag vom Tee. In den 90er Jahren habe ich meinen Golfeinsteigern nie empfohlen einen Driver zu besitzen. Das hat sich mit den heutigen Titanköpfen und den freundlichen Lofts und den weicheren Schäften verändert. Sie sollten von Beginn an einen Driver besitzen und diesen auch eifrig üben. Der große Schlägerkopf verzeiht unpräzises Treffen wie kein anderer Schläger in Ihrem Bag, nur der Loft (die Schlagflächenneigung) sollte Ihrer Schwunggeschwindigkeit angepasst sein. Je langsamer sie schwingen umso mehr Loft sollten Sie nehmen (13-17 Grad), je schneller Sie schwingen umso weniger Loft können Sie von Beginn an nutzen (10-11 Grad). Erst wenn Sie sehr schnell Schwingen würde ich weniger Loft empfehlen.

Training: Schlagen Sie 10 Bälle vom Tee. 7 von 10 Bällen sollten weiter als 160 Meter sein (Herren), 130 Meter (Damen). Die Seitenabweichung kann auf beiden Seiten 15 Meter betragen. Beobachten Sie Ihre Ballflugkurve und ihre Fehlschläge genau und berichten Sie ihrem Pro in der nächsten Golfstunde genau von sich wiederholenden Fehlschlägen. 

Je besser man seinen Fehler kennt, desto schneller kann man sich verbessern. 

Kein Meister ist bisher vom Himmel gefallen- das gilt besonders beim Golf. Bei Trainingszeiten von weniger als 2 Stunden pro Woche zählt man sich besser zu den Gelegenheitsspielern, die nicht allzu viel von ihrem Spiel erwarten können.

Das ProTeam wünscht Ihnen viel Vergnügen beim Training und eine tolle Golfsaison 2019.