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Was soll ich im Winter trainieren um mein Handicap zu verbessern?

Der Winter bietet eine ausgezeichnete Möglichkeit die wichtigen Spielbereiche auf ein neues Niveau zu heben. Eine statistische Auswertung zeigt die Schlagverteilung für Spieler in den Score Klassen 70 bis 100 Schläge (pro Runde) im Mittelwert:

Wenn Du 28 über Par spielst, also einen Gesamtscore von 100 Schlägen erzielt hast, dann zeigt der statistische Mittelwert, dass es drei zentrale Schlagarten gibt, die im Winter bevorzugt trainiert werden sollten:

  1. das Putten (40 Prozent)
  2. die Hölzer (27 Prozent)
  3. Pitches = 80m und weniger zum Grün (19 Prozent)
  1. Putten

Ca. 40% aller Schläge Deiner Golfrunde sind Putts. Wiederholbare Putts erreichst Du nur wenn Du die 4 Treffmomentfaktoren: Sweet Spot, Schwungbahn, Verkantung im Treffmoment und Schwungrhythmus optimierst.

Wir haben im Swiss Golf Park ein Putt-Analysegerät, das Deine Faktoren bestimmt und wir können Dir ein Trainingsplan für zu Hause zusammenstellen. Es ist noch erstaunlich wie effektiv ein Wintertraining auf der Puttmatte zu Hause ist.

  1. Hölzer: Driver und Fairwayhölzer

Neben dem Putten spielen die Abschläge und Fairwayhölzer eine grosse Rolle für den Score und das Handicap. Hierbei bildet der Drive die Basis: Hier nochmals die Basics für Dein Training.

Basics für Golfeinsteiger:

  • Ballposition am vorderen Fuß
  • Breiterer Stand (um bei größerem Tempo die Balance zu halten)
  • Das Gewicht im Setup leicht auf den rechten Fuß verlagern
  • Beim Ausholen die Schulter mindestens um 90 Grad drehen
  • Schlage nicht fester auf den Ball als mit anderen Schlägern
  • Greife den Schläger locker
  • Der Driver sollte deiner Schlägerkopfgeschwindigkeit entsprechend Loft haben, damit er die maximale Länge erreicht und dein Schwung sich nicht verschlechtert

Ideen für Fortgeschrittene:

  • Nutze  Abdrucktape, um den Treffmoment zu analysieren. Bestimme damit die Idealhöhe beim aufteen. Je nach Driver ist der ideale Punkt (Sweetspot) genau in der Mitte. Fliegt dein Ball zu hoch – dann must Du flacher aufteen.
  • Bei Richtungsproblemen greife den Driver kürzer.  Die Hersteller haben in den letzten 10 Jahren die Schaftlänge beim Driver um 4,5cm verlängert, dadurch entsteht mehr Schlägerkopfgeschwindigkeit, aber auch mehr Streuung. Merke: Lieber kürzer fassen und langsamer schwingen – das verbessert die Präzision. er Ball fliegt am längsten, wenn man im Sweet Spot trifft.
  • Als guter Spieler solltest Du einen Sicherheitsschlag haben, wie im Tennis: Wenn der erste „Aufschlag“ nicht kommt, dann muss eine sichere Version her um den Ball ins Spiel zu bringen.
  • Nicht an jedem Loch automatisch zum Driver greifen. Schau Dir das Loch vorher an und stelle Dir folgende Fragen: Ist das Fairway breit genug? Bringt mir der Längenvorteil im Ggs zum Holz 5 wirklich einen Vorteil bei diesem Loch?

Das Wichtigste: Kein Schlag ohne Ziel. Suche Dir vor dem Schlag ein genaues Ziel oder einen Zielkorridor, den Du treffen willst.

  1. Pitches

Die Tabelle zeigt, der Pitch ist auf Platz 3 der wichtigsten Schläge. Ein guter Pitch liegt nach dem Schlag auf dem Grün und erspart mir das aus dem Bunker spielen oder das Chipen. Ein sehr guter Pitch liegt so dicht an der Fahne, dass ich ein Toppergebnis erzielen kann.

Eigentlich sehen Pitchschläge ganz einfach aus. Ein typisches Beispiel: Der Ball liegt Mitte Fairway, es sind noch 40 Meter bis zur Fahne, und es ist kein Hindernis zu überwinden – sieht einfach aus, oder? Tatsächlich aber zittern viele Golfer vor diesen kleinen, kurzen Schlägen.

Denn die sehr guten Spieler wissen, dass sie den Ball eigentlich tot an die Fahne spielen müssten. Und die etwas schlechteren Spieler wissen, dass sie den Ball eigentlich mit Leichtigkeit aufs Grün bringen müssten. Trotzdem fühlen sich viele Spieler bei diesen Schlägen unsicher. Die Folge sind schlechte Resultate. Woran liegt das?

Den vollen Schwung haben wir schon 1000mal und mehr gemacht, doch bei 40m kann ich keine volle Ausholbewegung machen und nicht im gewohnten Schlagrhythmus durchziehen. Ich müsste also kürzer Ausholen oder langsamer Schwingen. Warum haben wir damit Probleme?

Weil wir falsch üben – wir üben monoton und nicht variabel. Wir trainieren immer den vollen Schlag, zwar mit verschiedenen Schlägern aber es bleibt immer dieselbe Bewegung und Ausführungsgeschwindigkeit. Wir variieren die Länge und die Art der Schläge zu wenig. Im längeren Eisenspiel ist Variation nicht so wichtig, da man fast immer versucht, einen vollen Schlag auszuführen; allenfalls schlägt man ein volles Eisen mal etwas fester oder etwas lockerer; verändert sich die Distanz zur Fahne um 10 bis 15 Meter, nehmen die Spieler fast immer einen anderen Schläger und können wieder einen vollen Schlag ausführen. Bei kurzen Schlägen ist das deutlich anders.

Hier spielen die meisten Spieler Schläge zwischen 20 und 80 Metern mit maximal zwei Schlägern: dem Sandwedge und dem Pitchingwedge. Teilweise verwenden Sie sogar nur einen Schläger. Deshalb ist im Training hier eine Variation bei Schlägern, Schlaglängen und Schlagarten unerlässlich.

Die Wege zum guten Pitch

Um ein guter Pitcher zu werden, muss 1. jeder Ball fliegen und 2. musst Du zuerst den Ball treffen und dann den Boden. Nur dann gibt es Distanzkontrolle und die gibt es nur mit einem klaren Plan. Spiel ich meine Pitches mit verschieden schnellen Rhythmen oder mit unterschiedlich langem Ausholen?? Probiere was Dir besser gelingt:

  1. Distanzkontrolle mit 3 Ausholbewegungen

Pitchen mit 2 Wedges

Schlage jeweils zehn Bälle mit Deinem Sandwege und Pitchingwedge. Stelle mittels Entfernungsschilder oder deinem Distanzmesser fest, wie weit Du deinen Standard Pitch mit den 2 Schlägern schlägst.

Wichtig dabei: Zu Beginn wird deine Streuung noch hoch sein, deshalb nur die Distanzen der subjektiv gut getroffenen Bälle werten. Wenn Du noch ein »Junggolfer« bist, werden bei einer Zehnerserie evtl. nur zwei Bälle in die Wertung eingehen- das ist völlig in Ordnung.

Jetzt haben wir also die Werte für ein voll geschlagenes Sandwedge und Pitchingwedge. Jetzt brauchen wir noch Zwischendistanzen. Für die Distanzkontrolle empfehle ich noch zweiBewegungen zu erlernen, den 1/3-Pitch (Ausholen bis 9.30Uhr) und den 2/3-Pitch (Ausholen bis 9.30Uhr). Durchgeschwungen wird bis zum vollen Finish.

Achtung: Die meisten Spieler achten so sehr auf ihren verkürzten Armschwung, dass sie im Ausholen vergessen, die Schultern zu drehen. Das führt meist zu ungleichmäßigen Ballkontakten.

Überprüfe deine Distanzen an mehreren Trainingstagen. Das wird Dir viel Sicherheit geben und so wirst Du viel Schläge sparen denn, wenn Du dicht an der Fahne liegst, hast Du die Chance auf nur einen Putt und sparst Dir das Chipen.

Pitchen mit 3 Wedges

Um ein guter Pitcher zu werden, solltest Du mindestens drei Wedges im Bag haben. Fast alle Tourspieler haben übrigens vier Wedges im Bag!

Ich empfehle Dir neben dem SW (56Grad) und PW (44Grad) ein Gapwedge (GW=50Grad) einzusetzen. Dieser Schläger soll die große Lücke zwischen Sand- und Pitchingwedge schließen, denn das PW entspricht einem Eisen 10 und das SW einem Eisen 12.

Die Gapwedge heisst bei manchen Herstellern auch Midwedge oder Utilitywedge.

  1. Distanzkontrolle mit 1 Ausholbewegung und 3 verschieden schnellen Schwungrhythmen

Für manche Spieler eignet sich folgende Methode besser: Man macht immer dieselbe Ausholbewegung und schwingt verschieden schnell. Das Ausholen ist beendet, wenn der Arm ca. parallel zum Boden ist (also ca. 9.30 Uhr) und der Schläger senkrecht zum Himmel zeigt. Von hier schwingt man verschieden schnell durch den Ball bis ins volle Finish. Der Rhythmus beim Pitchen ist 2:1, d.h. das Ausholen dauert doppelt so lange wie der Abschwung. Wenn man also in 0,8sek. ausholt, dann ist der Abschwung bis zum Treffmoment 0,4sek.  Die Erfahrung aus dem Unterricht zeigt, dass dieser Rhythmus beim Ausholen sehr beliebt ist.

Die Bewegungsausführung beim Pitch sollte in einer Geschwindigkeit erfolgen die ich kontrollieren kann, denn dies ist der Schlag zum Ziel. Werfe ich einen Ball mit der Hand zu einem nahen Ziel erfolgt dies ja auch mit einer ruhigen Bewegung.¨

Single Handicap Niveau beim Pitchen

Wenn Du beim Pitchen die Qualität eines Single-Handicappers erreichen möchtest solltest Du deine Distanzen auf 5m genau spielen können.

 

Folgende Änderungen im Set-up wirken sich auf die Schlaglänge aus:

  1. 5m mehr Länge:

Verlagere die Ballposition deutlich näher zum rechten Fuß hin-bis zu 2 vollen Ballbreiten. Das reduziert den Loft des Schlägers. Der Ball wird flache rund weiter liegen.

Achtung:

Lasse dein Gewicht über der Standmitte. Viele Spieler verlagern mit der veränderten Ballposition Ihr Körpergewicht nach rechts. Dadurch wird der Ballflug höher und kürzer und der Ballkontakt wird schlechter. Außerdem musst Du bei dieser Ballposition darauf achten, weiterhin in ein volles Finish zu schwingen.

  1. 5m weniger Länge:

Öffne die Schlagfläche ein wenig! Drehe das Schlägerblatt im Uhrzeigersinn auf, ohne die Hände mitzudrehen. Greife den Schläger in dieser offenen Position – so erhöht sich der Loft des Schlägers. Der Ball wird höher fliegen, mehr Spin haben und früher landen.

Achtung:

Richte Dich leicht nach links aus, da der Ball aufgrund des offenen Schlägerblattes etwas rechts starten wird.